FUJI X-System

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als ich die X-H1 zum ersten Mal ausgepackt habe, hatte ich sofort das sichere Gefühl, ein ausgesprochen hochwertig gebautes Produkt in den Händen zu halten. Ohne das Thema „Unboxing“ zu sehr zu strapazieren – es passt einfach alles. Corporate Identity perfekt umgesetzt. Schwarz, robust und hochwertig, von der Verpackung bis zum Objektiv-Einschlagtuch. Als ich dann zum ersten Mal das Objektiv aufgesetzt und das Bajonett verriegelt habe, bekam ich das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. So muß das sein – metallisch, satt, präzise. Punkt.

 

Ausstattung, Verarbeitung und Bedienung

 

Größe, Gewicht und Ergonomie.

Für eine spiegellose Systemkamera ist die X-H1 schon ein ziemlich dickes Ding - der Body allein wiegt mit Akku 673g, mit Batteriegriff sogar satte 1070g. Auch die Abmessungen sind anständig: 14cm breit, 9cm hoch und 8,6cm tief. Das Skelett ist ein Magnesium-Druckguß-Teil, der gesamte Body ist aufwändig gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet. Die Kamera liegt dank des sehr deutlich ausgeformten Griffs ausgesprochen gut in der Hand, auch mit schweren Objektiven. Die Tasten sind groß genug, sodass sich die Kamera auch mit Handschuhen gut bedienen lässt. Im Dunkeln lässt sich eine Beleuchtung aktivieren. Auf der Rückseite ist eine ziemlich eckige Daumenmulde angebracht, die für meinen Geschmack etwas runder hätte sein können - ich jedenfalls habe einen leichten Druckschmerz beim Tragen. In der Mitte dieser Daumenmulde sitzt die Taste für das Schnellmenü, die man sehr schnell versehentlich auslöst. Das ist ergonomisch echt schlecht gelöst, da ich diesen Zugriff allerdings nicht nutze, habe ich diese Taste deaktiviert. Wenn euch das auch nervt, denn könnt ihr den Button wie folgt deaktivieren:
1. Menü  > Einrichtung > Tasten/Rad-Einstellung > Funktionssperre > Funktionswahl > Q-Taste markieren und zurück
2. Menü > Einrichtung > Tasten/Rad-Einstellung > Funktionssperre > Sperrstellung > Gewählte Funktion und zurück

Hochfeste Gehäuseschalen in Mg-Druckguss ergeben einen extrem leichten und stabilen Body

Frontansicht der X-H1 - alle Bedienelemente sind perfekt platziert, extrem saubere Verarbeitung

Rückseite der X-H1-auch hier ist alles übersichtlich und aufgeräumt, rechts der Daumenhöcker mit der Q-Taste

Top-Ansicht der X-H1 mit dem neuen Schulterdisplay - Fuji`s Brückenschlag zum GFX-System

In Body Image Stabilisation (IBIS)

Der Hauptgrund für das gegenüber der X-T-Reihe deutlich größere Gehäuse ist der neue Bildstabilisator (IBIS). Er kompensiert Bewegungen in fünf Achsen und soll eine Effektivität von mehr als fünf Blendenstufen erreichen. Damit werden ältere Objektive ohne Stabi deutlich aufgewertet. Für die Landschaftsfotografie auf dem Stativ abschaltbar, aber FUJI platziert sich als Marke ohnehin in der Street- und Actionszene. Der Stabi surrt leise vor sich hin und verbraucht natürlich Strom - man hat schon irgendwie das Gefühl ein elektronisches statt einem optischen System in den Händen zu halten.

Die Kamera entscheidet übrigens für jedes Objektiv individuell, welche Achsen vom Sensor und welche vom objektivseitigen Stabilisator ausgeglichen werden, der Fotograf kann also nicht manuell zwischen den beiden Stabilisatoren wählen.

 

 

Schulterdisplay

Dort, wo bei einer X-T2 das Rad zur Belichtungskorrektur saß, findet sich beim neuen Top-Modell ein quadratisches Info-Display, das unter allen Lichtbedingungen perfekt abzulesen ist. Ungewöhnlich und vorbildlich: Selbst im ausgeschalteten Zustand werden Akkustand, verbliebener Speicherplatz und Belichtungskorrektur auf dem Display angezeigt. Selbstverständlich könnt ihr den Inhalt dieser Anzeige an eure Bedürfnisse anpassen.

 

Touch-Display

Das Display kann man um 90° nach oben und 45° nach unten klappen. Für Hochformat-Aufnahmen lässt es sich zusätzlich um 45° nach rechts klappen. Das AF-Messfeld lässt sich per Touch auswählen. Der Touchscreen kann außerdem zum Auslösen genutzt werden und im Wiedergabemodus zum Blättern und Vergrößern per Spreizgeste. Für mich ist das Display eher Nebensache, ich nutze fast ausschließlich den Sucher - Leute über 50 kennen das sicher: Lesebrille auf, ab, auf, ab....

Das neue Touch-Display lässt sich einfach vertikal schwenken.

Für Hochformat-Aufnahmen lässt sich das Display einfach horizontal in eine Richtung schwenken. Bei der Verwendung von L-Rigs ist der Entriegelungsknopf meist unzugänglich.

Belichtungskorrektur

Für die Belichtungskorrektur ist jetzt ein ans Gehäusedesign angepasster und nur schwierig zu treffender Knopf rechts vorne zu drücken und gleichzeitig das hintere Einstellrad zu drehen. Das ist ergonomisch leider nur suboptimal gelöst, einhändig bekommt man das überhaupt nicht hin. Andererseits bietet die zweistufige Aktivierung eine hohe Sicherheit gegen Fehlbedienung und versehentliches Verstellen.

 

Auslöser und Verschluss

Der Auslöseknopf besitzt keinen Druckpunkt, was sich im ersten Moment durchaus komisch anfühlt.

Der mechanische Verschluss arbeitet nahezu geräuschlos, er gilt aktuell als einer der leisesten Verschlüsse unter den Profikameras. Außerdem lassen sich mechanischer und elektronischer Verschluss clever kombinieren. Beispielsweise so, dass bis zur 1/8000 Sekunde der mechanische Verschluss arbeitet und erst darüber bis zur 1/32.000 Sekunde der elektronische.

Die X-H1 schafft mit dem mechanischen Verschluss Serienaufnahmen bis zu 8 Bilder pro Sekunde, mit Batteriegriff sind es 11 und mit elektronischem Verschluss 14 B/s.

 

Sucher / EVR

Der brillante, scharfe und große OLED-Sucher gehört definitiv zu den besten elektronischen Suchern, die derzeit zu haben sind. Er bietet brillante Farben, eine sehr hohe Auflösung von 3,69 Millionen RGB-Bildpunkten, eine große Wiedergabe (Faktor 0,75 bei Kleinbildumrechnung) und alle Vorteile, die einen elektronischen Sucher auszeichnen: Fokus-Lupe (auf den gewünschten Motivbereich verschiebbar), „Focus Peaking“ zur farblichen Markierung scharf eingestellter Elemente, digitale Wasserwaage, Markierungsraster und vieles mehr.

 

Sonstiges

Zur insgesamt hervorragenden Ausstattung der X-H1 tragen auch die zahlreichen Filmsimulationen, Mehrfachbelichtungen, manuelle Fokushilfen (Peaking und digitales Schnittbild), Schwenkpanoramen, diverse Bracketing-Optionen (Helligkeit, ISO, Filmsimulation und Weißabgleich), schnelle Schnittstellen (USB 3.0 zum Computer und UHS-II für Speicherkarten) sowie Wi-Fi und Bluetooth bei. Einen eingebauten Blitz hat die Kamera nicht, Fuji liefert aber den kleinen Aufsteckblitz EF-X8 mit, der den Strom aus der Kamera zieht und auch als Master für die drahtlose Blitzsteuerung genutzt werden kann.

Die beiden Einstellräder oben, ISO (links) und Belichtungszeit (rechts) verfügen über einen Mittelknopf zur Arretierung. Ebenso verstellsicher, die beiden darunter liegenden Einstellhebel für Aufnahmemodus (links) und Belichtung (rechts).

Das vordere und das hintere Einstellrad verfügen zusätzlich über einen mittigen Druckpunkt als zusätzlicher Button. Bei der Bildkontrolle erfolgt z.B. beim Druck auf das hintere Rad eine 100%-Ansicht des Fokuspunktes um die Schärfe kontrollieren zu können.

Sehr gut ist auch der Joystick zum Verschieben des Fokuspunktes, in die vier Hauptrichtungen, sowie diagonal. Ein Druck auf den Joystick befördert den Fokus sofort wieder in die Bildmitte.

Zur Speicherung wartet die H1 mit 2 Kartenslots auf, die sich unterschiedlich konfigurieren lassen.

Die beiden Slots für SD-Karten sind frei konfigurierbar.

Fazit:

Die X-H1 ist ein ganz starkes Stück Kamera mit einem sehr eigenen Charakter. Vollgepackt mit den neusten technischen Features und einer nahezu unbegrenzten Anzahl von individuellen Einstellmöglichkeiten macht die Arbeit mit diesem robusten Gerät richtig Spaß.

Objektive für die Landschaftsfotografie

XF 10-24mm/f4 - Ultraweitwinkel mit einer Brennweite von 15-36mm an KB und durchgehender Blende 4

FUJINON XF 10-24 f/4

Das Fujifilm XF 10-24 mm F4 R OIS ist mit seinem Metalltubus perfekt verarbeitet, alle Einstellringe laufen satt und präzise. Der Autofokus arbeitet nahezu lautlos und äußerst schnell. Alle Testberichte bescheinigen dieser Linse bei jeder Brennweite und Blende eine phänomenale Schärfe bis in die äußersten Ecken. Auch die Verzeichnung ist hervorragend auskorrigiert, ein teures aber perfekt gerechnetes Objektiv. Unauffällig und unproblematisch in der Handhabung. Love it!

Mindestfokussierabstand: 0,5 m

Filterdurchmesser: 72 mm

Gewicht: 450 g

 

FUJINON XF 56mm f/1,2

Die Verarbeitung des Objektivs ist über jeden Zweifel erhaben, alle Einstellringe laufen satt und vollkommen spielfrei. Auch diese Linse besticht mit einer perfekten optischen Rechnung. Knackscharf bei allen Blenden bis in die Ränder, auch die  Vignettierung ist vernachlässigbar gering, eine Verzeichnung weist das Objektiv überhaupt nicht auf.

Das Fujifilm XF 56 mm 1.2 R eignet sich besonders für Detailaufnahmen und die anspruchsvolle Porträtfotografie. Die riesige Offenblende erlaubt eine größtmögliche Freistellung des Objekts vom Hintergrund. Wundervolles Bokeh! Love it!

Mindestfokussierabstand: 0,7 m

Filterdurchmesser: 62 mm

Gewicht: 398 g

 

 

FUJINON XF 80mm f/2,8

Eins der schärfsten Objektive der Welt. Und was für eins! Mit abschaltbarem optischen Bildstabilisator. Bei ausgeschalteter Kamera ist die bildstabilisierende Gruppe wie die Autofokusgruppe frei im Gehäuse beweglich und klappert, was mich anfangs echt erschreckt hat. Traumhaft schönes Bokeh, die Unschärfescheibchen laufen ganz soft zum Rand hin aus. Damit natürlich auch für die anspruchsvolle Portraitfotografie bestens geeignet.  Auch die Testberichte sind eindeutig, die optischen Fehler wurden praktisch perfekt auskorrigiert. Eine Verzeichnung ist genauso wenig vorhanden wie chromatische Aberrationen.

Mindestfokussierabstand: 0,25 m

Filterdurchmesser: 62 mm

Gewicht: 746 g

Abbildungsmaßstab: 1:1

Kompatibel mit den Telekonvertern XF 1,4X TC WR und XF 2XTCWR.

FUJINON XF 50-140mm f/2,8

Mit dem XF 50-140 mm 2,8 R LM OIS WR ist Fujifilm ein weiteres Hochwertigkeitsobjektiv gelungen. Die Verarbeitung ist tadellos, der breite Zoomring erlaubt ein hervorragendes Handling aus der freien Hand. Der optische Bildstabilisator arbeitet genauso zuverlässig wie auch der schnelle und leise Autofokus. An der Bildqualität gibt es nichts zu bemängeln - Top-Auflösung. Verzeichnung, Randabdunklung und Farbsäume sind praktisch nicht vorhanden. Ein kleines Teil an der Unterseite der Sonneblende lässt sich herausnehmen, um den Polfilter bedienen zu können.

Mindestfokussierabstand: 1 m

Filterdurchmesser: 72 mm

Gewicht: 987 g

Kompatibel mit den Telekonvertern XF 1,4X TC WR und XF 2XTCWR.

FUJIFILM Telekonverter XF 2X TC WR

Der kompakte Zweifach-Telekonverter mit den Abmessungen 58 x 30,2 mm (Ø x Länge) besteht aus neun Linsen, die in fünf Gruppen angeordnet sind.  Wie immer schwarzes heavy metal inklusive Staub- und Spritzwasserschutz. Wird der Telekonverter mit dem XF 50-140 mm F 2,8 R LM OIS WR benutzt, so ist der Einsatz des Phasen- und Kontrastautofokus problemlos möglich.

Gewicht: 170 g

Lichtverlust: 2 Blendenstufen

Fazit:

Ich hatte FUJIFILM viele Jahre lang überhaupt nicht auf dem Radar. Zum Glück habe ich einen Typen getroffen, der gar nicht mehr aufhören wollte, das X-System zu loben. Meine Neugier war geweckt. Die Fuji-Mannschaft versteht sich eher als große Familie, hier ist nicht der fetteste Influenzer wichtig - sondern das Team. Camera Punks! Genau mein Ding. Ich bin rundherum zufrieden mit dem FUJI-X-System, alles ist extrem hochwertig und robust gebaut. Viele Objektive der absoluten Spitzenklasse eröffnen ungeahnte neue Bildmöglichkeiten und bieten mit dem analogen Bedienkonzept endlich wieder richtig Spaß am Fotografieren.