LA GOMERA

Wer mit der Fähre von Teneriffa anreist, spürt sofort dass diese Insel anders ist. Kleiner, weniger dicht besiedelt, wesentlich weniger Tourismus. Von der Fähre aus hat man das Gefühl in wenigen Minuten mit dem Auto um die Insel rum zu sein. Doch das ist trotz der perfekt ausgebauten Straßen eine falsche Annahme, denn die Strecken ziehen sich infolge der vielen Serpentinen doch gewaltig. Auch einen anderen weit verbreiteten Irrtum sollte man beseitigen. La Gomera, Insel der Hippies, alle sind gut gelaunt und rauchen lustige Sachen. Die Hippies sind sesshaft geworden und verdienen Geld mit deutschen Touristen. Warum auch nicht? 

 

Anreise

Den Mietwagen habe ich wie immer über www.billiger-Mietwagen.de gebucht. Wir waren zuerst in Teneriffa und sind dann mit dem Auto auf die Fähre gefahren. Geht alles einfach und problemlos, das System ist eingespielt und funktioniert schnell und reibungslos. Wir sind mit Fred Olsen gefahren und alles war perfekt. Die Schnellfähre braucht eine knappe Stunde.

 

Unterkunft

Auch hier habe ich wieder www.booking.com genutzt, war aber mit der Wahl des Quartiers nicht so zufrieden. Ich habe mich für Agulo entschieden, weil das ein sehr schönes historisches Dorf sein sollte und strategisch günstig zu den geplanten Wanderungen liegt. “Historisches Dorf” heißt allerdings auch – es sind lauter alte Häuser. Wer wissen möchte, warum die Jugend die Insel verlässt, der versteht das danach auch. Es ist nicht nur die fehlende Arbeit, es ist auch der Wunsch, der Dunkelheit und den Zwängen der alten Dörfer zu entkommen. Das ist einerseits schade, weil viele Details der alten Kultur verloren gehen, z.B. der Umzug Ober- gegen Unterdorf in Agulo. Andererseits ist die aktuelle Situation für mich nach dieser Unterkunft komplett nachvollziehbar. Das Haus war sauber, die Vermieter mega-nett – aber es war eben dunkel und alt.

 

Wanderungen

Da wir aber zum Wandern da waren, konnte man das Thema mit der dunklen Unterkunft einigermaßen ausblenden. Und wandern kann man auf La Gomera mal so richtig gut! Deswegen ein paar Tipps, damit Ihr nicht dieselben Fehler wie wir macht.

Wer Zeit hat, der sollte unbedingt den GR 132 laufen. In 6 Tagen ist man ein Mal um die Insel rum. Wir sind einige Etappen des Wegs gelaufen und können bestätigen, dass die Tour wunderschön ist. Eine sehr schöne Seite mit allen Details dieser Tour findet Ihr bei Wanderndeluxe.

Verkneifen könnt Ihr Euch die Tour in der Laguna Grande im Paque Nacional de Garajonay. Hier hat vor einigen Jahren ein übles Feuer gewütet und den Großteil des Nationalparks abgefackelt. Man kann heute noch sehen, welche dramatischen Wunden das Feuer in diese wundervolle Landschaft geschlagen hat. Die Wege sind jetzt breit und “Rollator-tauglich”. Überall stehen verkohlte Baumwurzeln und von der einst üppigen Wildnis ist nicht mehr viel da, auch wenn die Insulander das mit viel Herzblut wieder aufbauen. Schon wegen der vielen Reisebusse, die vor dem Restaurant ausgekippt werden können. Wir sind so 4-5 Stunden auf verschiedenen Wegen im Park gelaufen und ich habe kein einziges Foto geschossen.

Sehr schön ist die Route zur Cueva Blanca . Wir sind diese Tour zweimal gelaufen, das erste Mal sind wir direkt von der GM1 gestartet und nicht weit gekommen. Denn da geht es richtig knackig hoch und die Beine sind schon müde bevor die eigentliche Tour beginnt. Das zweite Mal sind wir dann mit dem Auto bis an die Grenze zum Nationalpark gefahren und sind von dort losgelaufen. Die Tour ist selbst mit dem Auto abenteuerlich, denn es ist eine einspurige Piste ohne Ausweichbuchten. Also wenn von oben einer kommt, wird es sportlich! Direkt nach dem Eingang zum Nationalpark geht es um eine scharfe Linkskurve, dort sind Parkplätze für 4-5 PKWs. Wir hatten das große Glück, dass außer uns und einer Gruppe Hirtenspringern niemand dort oben unterwegs war. Salto del Pastor ist eine uralte Tradition auf den Kanaren, bei der die Hirten mit einer langen Lanze von oben über die Terrassen springen und sich an der polierten Lanze runterrutschen lassen. Wenn ihr das mal seht – nehmt euch die Zeit und genießt diesen Volkssport. Es ist sehr elegant und unglaublich effektiv!

 

Der Weg zu den Cuevas Blancas  11km lange und sehr chillige Wanderung

La Gomera, Wandern

Cueva Blanca

La Gomera, Wandern

Pescante de Hermigua – eine alte Verladestation für Bananen

Wie auch in Agulo kann man auch in Hermigua zur ehemaligen Verladestation runter laufen. Der Weg ist aber ebenfalls recht unspektakulär, eher hässlich. Direkt neben den Strand hat man vor Jahren eine Kläranlage hingebaut, die bis vor zur Verladestation stinkt. Muß man alles nicht gesehen haben. Der Weg zum Pescante de Hermigua ist offiziell gesperrt, es hält sich aber niemand an das Verbot bzw. die Absperrung. Auch als Fotomotiv nicht wirklich interessant.