Outdoor Equipment

Diese Seite richtet sich an alle Leute, die die Natur in Ihrer vollen Wucht und Schönheit fühlen und erleben wollen und deswegen mit  Zelt unterwegs sind. Leute, für die Regen genauso dazu gehört wie Sturm, Kälte oder komische Geräusche von großen Tieren in stockdunkler Nacht. Lest dazu gern die Reisebeschreibung zum West Coast Trail.

Ihr ahnt, dass ich kein großer Fan der fahrenden Wohnzimmer bin, die in den letzten 20 Jahren das naturnahe Campen in Zentraleuropa nahezu komplett zerstört haben. Eigentlich kann man kaum noch von Zeltplätzen im eigentlichen Sinne sprechen, oder? Meist sind das geschotterte Parzellen, in denen ein fahrendes Zweitwohnzimmer neben dem anderen parkt. Womo`s haben sicher ihre Berechtigung. Irgendwo in der Welt. Vielleicht. In Gegenden, in denen es im Zelt zu gefährlich wäre….aber dann stünde an der Karre Deutz oder Unimog dran:) 

Das Wichtigste draußen ist das Zelt – Punkt. Und bitte kauft euch ein richtiges Zelt.

Und “richtig” heißt hier einfach Geld in die Hand nehmen, Discounterware mag beim “Southside” funktionieren, hat aber in etwas wilderen Gegenden eine sehr kurze Halbwertszeit. Der erste richtige Sturm drückt einfach so lange, bis das Gestänge bricht. Ich habe auf Skye einige Zelte dieser Art fliegen sehen, die Dudes haben die Nacht dann im Waschraum gepennt. 

Zelte auf Skye

Die mit dem Kreuz gab es am Tag darauf nicht mehr…

Welches Zelt?

In der Oberliga spielen seit Jahren Hilleberg, Helsport und Exped, aber auch die Berliner Firma Wechsel baut sehr gute Zelte. Hier müsst Ihr Preise zwischen 500-1000€ einkalkulieren, dafür bekommt Ihr aber Top-Ware mit einem sehr hohen Wiederverkaufswert.

Wir haben uns 1990 bei Camp 4 in Berlin ein Vaude Mark III gekauft, das Zelt hat alle Touren ohne Murren überstanden. Dabei wurde es auf dem West Coast Trail wirklich hart mitgenommen. Stürme, extremen Starkregen, Einschläge von glühenden Gesteinssplittern. Das Ding funktioniert immer noch problemlos, mittlerweile aber nur noch auf dem “Southside”. VAUDE ist für kostenbewusste Camper sicher die erste Wahl – hier bekommt man ausreichend gute Qualität zum fairen Preis. Auch die Einhängung des Außenzeltes ins Gestänge ist eine sehr clevere Lösung, Zelt hinwerfen, Gestänge darüber und die Gummischnur einhängen. Geht auch mit dicken Handschuhen! Versucht das mal mit einem schön genähten Gestängekanal:)

Für die Touren mit der Family haben wir uns lange Zeit mit einem Fairview Motel von Jack Wolfskin herumgeschlagen. Das Zelt ist zwar vom Konzept her clever, 2 unabhängige Schlafkabinen sind für Reisen mit Kindern durchaus hilfreich. Die Abspannung hat aber nie zufriedenstellend funktioniert, eine Ecke hing immer schlapp nach unten und hat das Innenzelt berührt. Was immer zu Nässe im Zelt geführt hat.

Dann kam unser erstes HELSPORT und das war eine vollkommen andere Liga! Extrem leicht, einfach aufzubauen, sinnvoller Schnitt – für uns perfekt.

Zelt Helsport Fjellheimen

Zelt Helsport Fjellheimen

Für 4 schlanke Personen durchaus OK, für 3 Leute mega komfortabel – so würde ich das Helsport Fjellheimen umschreiben. Beachtet die nachfolgenden Maße – eine Grundfläche von 4,40 x 2,30m muß man im freien Gelände erst mal finden! Dann sind 2 kleine Zelte sicher die bessere Option – mit dem Nachteil des höheren Gewichts.

Auf amerikanischen Campgrounds ist Platz natürlich überhaupt kein Problem für das große Helsport.

 

Unser neustes Schätzchen ist das neue HELSPORT Reinsfjell Superlight. Das Zelt ist der absolute Hammer!!! Verpackt nur 19x40cm groß und unglaubliche 2,35kg schwer – mit Heringen. Da kann man sich noch den passenden Footprint kaufen und liegt immer noch unter 3kg Gesamtgewicht. Dazu die gewohnt perfekte Verarbeitung der Norweger. Dieses Zelt wurde nicht umsonst als eins der besten Zelte der letzten Jahre bewertet. Ich kann das nur bestätigen, die Konstruktion dieses Zeltes ist nahezu perfekt gelungen. Ob es den Extrem-Test in den Stürmen Patagoniens meistert, erfahrt Ihr auf der Seite PATAGONIEN.

Zelt Helsport Reinsfjell

 

Zelt Helsport Reinsfjell

Für 3 Personen ist der Platz durchaus OK, für 2 Leute ist es sogar mega komfortabel. Das Zelt gibt es in Grün und Blau, blau sieht besser aus, grün ist praktischer wenn man abseits der erlaubten Plätze campiert. Das Zelt hat 2 Apsiden und 2 Eingänge – das ist Luxus pur! Die Konstruktion mit der neuen Firststange ist weder Kuppel- noch Tunnelzelt. Der Aufbau ist einfach zu bewerkstelligen.

Das Helsport steht wie eine Eins und lässt sich blitzschnell aufbauen.

Isomatten

Hier hat der Markt in den letzten Jahren einen riesigen technologischen Sprung gemacht. Wir waren jahrelang mit Thermarest-Matten unterwegs. Die Dinger wollten einfach nicht kaputt gehen, ein kleines Loch mussten wir mal tapen – das war`s.

Im Zuge einer Gewichtsoptimierung sind wir dann auf die Ultralight von Sea to Summit gestoßen und waren anfänglich sehr begeistert. Diese Matte wiegt gerade mal 476g und hat ein unglaubliches Packmaß von 23x10cm! LxB+H = 183cmx55cmx5cm. Mit einem R-Wert von 3,3 ist die Ultralight sogar für 3-Jahreszeiten tauglich. Doch während der Tour nach Patagonien mussten wir feststellen, dass die Matten nicht in der Lagen waren, die Luft länger als 8 Stunden zu halten. Kann sein, dass das nur bei unseren Exemplaren so ist, jedenfalls gingen die Matten zurück zu Globetrotter. Wir warten allerdings noch immer auf unser Geld, da dieses Unternehmen weder willens noch in der Lage ist, das Geld zu erstatten. Wenn man dann mal bei Trustpilot nachschaut bestätigt sich diese Einschätzung. Ich bin einer der allerersten Globi-Kunden und habe seit 1989 dort eingekauft – was sich hiermit allerdings erledigt hat. Unterirdischer Kundenservice. Wenn Ihr die Matte kaufen wollt, folgt dem Link zu Amazon – die haben das Thema im Griff.

Sea to Summit Isomatte Ultalight

 

Sea to Summit Isomatte Ultalight

Schlafsäcke

Auch hier haben wir ein eine ganze Menge getestet, allerdings bin ich für Schlafsäcke nicht der richtige Proband. Ich schlafe immer und ich friere nie. Deswegen hatte ich lange Zeit den YETI V.I.B. 250 in Benutzung. Ich habe damit einmal gefroren, das war aber bei -5°C in den Rocky Mountains. Ansonsten hat dieser geniale Schafsack immer ausgereicht. 500g Transportgewicht sind nach wie vor die Messlatte, auch wenn YETI diese vor einigen Jahren noch tiefer gelegt hat. YETI würde ich immer wieder kaufen, diese Firma hat es definitiv drauf, die besten Schlafsäcke der Welt zu bauen.

 

In Vorbereitung der nächsten Tour haben wir dann noch mal das Equipment gecheckt und den YETI dann doch gehen lassen. Unsere neuen Penntüten kommen von Valandre, einer kleinen und innovativen Firma aus den französischen Pyrenäen. Irgendwie hat uns die Tour nach Katalonien wohl dazu verleitet, die Pyrenäen sind einfach zu geil. Der Schlafsack wiegt in Größe S etwas mehr als ein Kilo und hat einen Grenzbereich von -15°C. Das erkauft man sich natürlich mit einem sehr körpernahem Schnitt. Auffällig ist die ergonomische Fußbox. Den ultimativen Härtetest hat der Schlafsack bestanden, checkt dazu die Patagonien-Seite aus.

Kocher

Wir haben bislang außer Trangia so ziemlich alles ausprobiert, was es am Kocher-Markt so gab und gibt. Der Knaller war der damals nagelneue Campinggaz-Kocher mit Glaskeramik-Kochfeld. Der war so neu, dass der Bundesgrenzschutz den noch nicht in der Datenbank hatte und die Software das komisch geformte Ding als Bombe interpretierte. Das gab richtig Streß! Sinnvoll war der Kocher übrigens nicht, die Performance war eher dürftig.

Für extreme Gegenden hatten wir den MSR-Whisperlite im Einsatz. Das ist eigentlich ein richtig guter Kocher. Auf dem Westcoast-Trail hat sich allerdings am vierten Tag ein Sandkorn in die Brennendüse gedrückt – was dazu führte, dass wir mit Holz am offenen Feuer kochen mussten. Und es hat geregnet. Den Rest könnt Ihr Euch denken. Abhilfe schaffte so ein kleines Ding zum Faden in die Nadel einziehen, was wir dann irgendwo in Tofino gefunden haben. Also nehmt eine kleine Nadel oder einen winzigen Draht mit, der kann den Spaß retten:)

Nachteil der Benzinkocher ist die starke Rußentwicklung. Die Töpfe sind nach dem Kochen immer schwarz und man macht ziemlich schnell alles dreckig, wenn man nicht aufpasst.

Bei den Gaskochern gibt es mittlerweile hunderte Modelle, wenn man die Kopieen aus China dazuzählt, eher tausende. Unkaputtbar und robust ist der Twister von Campinggaz, aber recht schwer. Dann hatten wir auch mal den Pocket Rocket von MSR, der wiegt nur 83g! Ist aber nicht wirklich zum Kochen geeignet, da die Standfläche für Töpfe winzig klein und kippelig ist.

Wir nutzen aktuell diese beiden Modelle hier:

Den Primus ETA nehmen wir, wenn es mal schnell gehen soll. Hauptsächlich für Tee und Kaffee. Der Kocher  ist eine gelungene Kombination aus Leichtigkeit und Stabilität. Der Topf fasst 1-Liter und hat eine Titan-Beschichtung. Der Kocher ist für Schraubkartuschen geeignet. Er hat eine Leistung von 2600W und bringt den Liter Wasser in 2,4 Minuten zum Kochen.

Den Primus Easy Fuel II nehmen wir für alle anderen Dinge, also hauptsächlich zum Essen zubereiten. Er hat zwar 3000W, braucht aber 4 Minuten für den Liter Wasser. Wir haben uns für diesen Kocher entschieden, weil er sehr robust ist, einen niedigen Schwerpunkt und eine große nutzbare Fläche hat. Da kann man auch mal in der Pfanne rühren, ohne dass der Kocher gleich umfällt. Der Easy Fuel II ist ebenfalls für Schraubkartuschen ausgelegt.

Rucksäcke und andere Transportmittel

Das Angebot ist nach wie vor riesig groß und es gibt viele durchdachte Produkte. Wir haben auch so ziemlich alles auf dem Rücken gehabt, The North Face, Gregory, Big Pack, Arcteryx, Mammut….und am Ende haben sich zwei Marken behauptet. Deuter und Osprey. Deuter ist zwar nicht unbedingt die Firma, die mit mutigen Entwürfen und frischen Designs glänzt – aber die Firma hat über Jahrzehnte innovative und kluge Produkte entwickelt. Hier könnt ihr eigentlich überhaupt nichts falsch machen. Besonders gut ist die Übertragung der Kräfte auf den Hüftgurt gelöst, das ist einfach nur Klasse und stabil umgesetzt. Ich nutze den Deuter Freerider aktuell als Fotorucksack und bin mehr als zufrieden damit, schaut dazu gern auf die entsprechende Seite. Bei den Radrucksäcken nutzen wir ebenfalls Deuter. Seit Jahren. 

Und dann ist da noch Osprey. Diese Firma ist für mich momentan der innovativste Laden bei Taschen und Rucksäcken. Die Rucksäcke sind klug geschnitten, extrem leicht und wirken immer frisch und modern. Aktuell nutzen wir einen kleinen Escapist und die Damenversion des 36L Sirius. Dieser Rucksack sieht sehr gut aus, ist voller praktischer Features, allerdings ist er recht schmal geschnitten. Er schmiegt sich förmlich an den Körper. 

Auch bei Taschen sind wir letztendlich bei Osprey gelandet, die sind einfach nur gut. Wir nutzen jeder einen 120L Osprey Transporter , wenn wir mit dem Campingequipment unterwegs sind. Für Reisen ohne Campingequipment nehmen wir den Osprey Ozone 42.

 

Der 120L große OSPREY Transporter

Osprey Ozone 42

Der große Osprey-Transporter fasst das komplette Equipment, Zelt, Matten, Schlafsäcke und Kochgeschirr. Und dann ist immer noch Platz drin.

Passen perfekt auf den Truck