Das ist Schottland, oder?

Das war auch mein Vorurteil – Regen, Pubs, die Speyside-Whisky-Tour und die Besteigung des Ben Nevis. Bei Regen. That`s it. Weit gefehlt. Als ich das erste Mal Bilder der Wester Ross-Kette gesehen habe, wollte ich dort hin. Da oben im Nordwesten ist alles magisch, das Licht, die Natur und die Wanderwege. Davon möchte ich ein wenig erzählen und Euch Lust auf eine Reise machen. Lasst Euch von den aktuellen Ereignissen und diesem komischen blonden Dude nicht verrückt machen – Schottland ist nicht England! 

Am besten seid Ihr in Schottland mit dem Zelt unterwegs, deswegen gibt es neben den Tour-Empfehlungen auch ein paar Tipps für richtig gutes Equipment. Geht hierzu einfach auf die Seite mit dem Outdoor Equipment.

Wir waren mehrmals in Schottland und sind jedes Mal die Tour über Manchester Richtung Norden gefahren.  Dafür gab es zwei gute Gründe. Einerseits die Kletterfelsen im nahen Peak District und andererseits Dumfries & Galloway. Diese Gegend ist zwar ziemlich unschottisch aber nicht minder schön und interessant. Der Leuchtturm der Mull of Galloway wurde nicht nur vom Großvater von R.L.Stevenson gebaut, er gibt im Abendlicht ein wirklich imposantes Motiv ab. Überhaupt strahlt die gesamte Halbinsel ein unglaubliche Ruhe und Schönheit aus.

Der Stevenson-Leuchttum auf der Mull of Galloway

Der Stevenson-Leuchttum aus einer anderen Perspektive

Auf einer single track road in den Sonnenuntergang fahren – Mull of Galloway. Wundervoll!

Wenn Ihr Eure Reise nach Schottland plant, dann solltet Ihr unbedingt den Besuch der Highland Games einplanen. Spart euch Loch Ness und spendiert einen vollen Tag bei den Games. Wir haben uns für die Abernethy Highland Games entschieden, für 20 Pfund kann die ganze Familie einen Tag lang staunen und Spaß haben. Das ist schon ein geniales Spektakel – gerade mit Kindern wird man sofort integriert und fühlt sich einfach nur wohl. Egal ob Piping, Scots Hammer, Putting the Shot, 28lb Weight for Distance, Tossing the Caber oder Tug ò War – alle Wettbewerbe sind absolut sehenswert.

Nachfolgend ein paar Bilder, die die Stimmung bei den Games ganz gut wiedergeben.

Dieser Hühne versucht einen Baumstamm möglichst weit zu werfen. Tossing the caber – mega krasser Wettbewerb.

Der finale Aufmarsch war besonders eindrucksvoll.

Der Klassiker schlechthin – Dudelsackwettbewerb. Piping contest in allen Altersklassen.

Scots hammer... achtet mal auf die Schuhe! 

Selbst die Punktrichter waren die Eleganz in Person!

Wie hat sich der Typ in Hose mit der Hose in diese Truppe reingeschmuggelt?

Ein Familienfest der ganz besonderen Art. Alle machen irgendwie mit und sind mega-stolz auf ihre Geschichte.

Wenn Ihr von Galloway die A77 nach oben fahrt, kommt Ihr automatisch an allen tollen Plätzen vorbei. Portpatrick und Standraer sind zwei wunderschöne kleine Städte, in denen man die Seele baumeln lassen kann. Loch Lomand, Glencoe, Fort William – eine geniale Gegend reiht sich an die andere. Uns zog es aber auf die Wester Ross und hier ganz speziell nach Gairloch.

 

Camping in Gairloch – in traumhaft schöner Platz mitten in den Dünen mit Blick auf Skye.

 

Auch die Insel Skye solltet ihr euch unbedingt ansehen, zum Wandern ist das einfach nur ein Traum. Wie immer hatten wir das kleine Rote dabei, den Rother Wanderführer Schottland.

Ich möchte Euch die Tour 20 – Old man of Storr and the Storr empfehlen, diese ist bei guter Sicht schlichtweg genial schön. Etwa 8km und 550 Höhenmeter sind einfach zu laufen.

The old man and the storr

Auch Tour 22 um das Kap von Rubha Hunish ist sehr schön und vor allem einfach zu laufen.

 

Eine sehr nette Wanderung führt zu den Coral Beaches bei Claigan. Dort am Loch Dunvegan liegt ein ganz besonderer Sandstrand, der aus abgestorbenen Algen besteht und in dieser rauen Gegend irgendwie falsch aussieht. Auf dem Rückweg kommt ihr am Dunvegan Castle vorbei, welches sehr fotogen ist und sich für einen kurzen Stop anbietet. Natürlich waren wir auch an den allseits bekannten Hotspots, Loch Ness, Inverness, Glenfiddich, Fort William oder Glencoe. Da ich davon keine Fotos zeige sollte euch zu denken geben:)

Im Ernst: natürlich ist das Wetter in Schottland…sagen wir mal unberechenbar. Wir hatten Tage, an denen man fast nichts unternehmen konnte weil es Bindfäden geregnet hat. Dann gab es wieder Tage, an denen es trocken und windstill war. Und diese Tage waren schlimmer als die heftigsten Regenschauer! Denn dann kamen sie. Diese kleinen beißenden Minimonster, allgemein bekannt als Midges.  Wenn Euer Reiseführer einen extra Mückenschutz empfiehlt oder im Supermarkt vor Ort mit dem ultimativen Mittel geworben wird – vergesst es! Es hilft ….. NICHTS! Selbst wenn ihr euch im örtlichen Pub versteckt und einen Pint nach dem anderen vernichtet, sie sind da. Einige wenige im Pub und ganz viele vor der Tür. Wer also bei Mücken, Bienen oder Wespen zur Hysterie neigt, der sollte Schottland nur im Winter besuchen. 

Da wir aber ohnehin weiter wollten, bot es sich an (völlig überhastet alles ins Auto zu schmeißen und) in den Peak District weiter zu fahren. Unter Freeclimbern ein beliebtes Gebiet ist es den wenigsten Leuten bei uns bekannt. Die Gegend ist wunderschön und das Zentrum Buxton eine wahre Perle. Zum Abschluß noch ein paar Bilder aus dieser Gegend, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.  

 

 

 

 

Wanderung durch zauberhaften Wald im Peak District

Ein El Dorardo der Freeclimber. The white peak, the dark peak. Der gesamte Peak National Park ist ein einziger Outdoor-Traum.

Die berühmte Millenium Bridge

Die verrückten Hausboote im Peak Forest Canal, Whaley Bridge muss man gesehen haben.

Steckbrief

Zelt mit gutem Moskitoschutz

 

Kurzstrecken, Eintages-Touren, Mehrtages-Touren

 

Eigenes Fahrzeug empfohlen

 

für die ganz Harten durchaus machbar

 

Selber kochen!

 

Klettertouren aller Schwierigkeitsgrade