Diese Insel hatte ich viele Jahre lang überhaupt nicht auf dem Radar – zu gruselig sahen die Strände wie Playa de las Americas im Internet aus. Doch dann fand ich durch einen Zufall die Fotos von Raik Krotofil auf  https://raiklight.de/teneriffa-unterschaetzte-schoenheit/ und begriff sofort, dass eine derartig schöne Landschaft perfekt für einen Wanderurlaub mit Kamera geeignet ist. Nach Ankunft am Flughafen Tenerife Sur haben wir also schnell den Mietwagen abgeholt und dann bis Los Gigantes einfach nicht nach links geschaut. Der Nordwesten war dann schon eher nach meinem Geschmack, wilde Bergregionen und abenteuerliches Wetter. 

 

Unterkünfte

Diese Unterkunft kann ich Euch wirklich ans Herz legen: Las Hermanas in Tejina de Isora. Die Besitzerin ist ein wahres Goldstück und spricht durch Ihren ehemaligen Job perfekt Englisch. Das Haus ist praktisch geschnitten und sehr schön eingerichtet – man fühlt sich sofort wohl. Die Gegend ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man den ganzen Tag auf Tour ist, sieht man das nicht und genießt nur die Ruhe und das chillige Haus.

Ach die zweite Unterkunft kann ich Euch empfehlen. La Fortaleza in Erjos-El Tanque ist ein typisch kanarisches Landhaus, welches aber clever geschnitten ist. Es verfügt über 2 Schlafzimmer, ein Wohnzimmer mit Kamin, ein Bad und eine luxuriöse Küche. Es gibt einen kleinen Garten mit Grill und zwei Sitzplätzen, das Auto kann auf dem Grundstück geparkt werden. Ein guter Supermarkt ist direkt in der Nähe. Das Haus liegt strategisch gut zu den Wanderwegen.

 

Wanderungen

Wie so oft hatten wir wieder einen ROTHER Wanderführer dabei. Ich war früher nicht so der Fan dieser Reihe, aber das hat sich im Laufe der Jahre grundlegend geändert. Klar kann man Komoot oder Outdooractive nutzen, aber ich finde es angenehmer in diesem kleinen Buch zu blättern und auch mal eine Alternative zur geplanten Tour checken zu können. Außerdem sind die Kartendetails für die meisten Touren durchaus ausreichend – auch wenn der Kauf einer hochwertigen Wanderkarte immer empfohlen wird. Naja, eine vorab geladene Offline-Karte der Gegend reicht meistens auch. 

Da wir zum ersten Mal auf der Insel waren, war natürlich erst einmal Orientierung angesagt. Welche Gegend eignet sich als Stützpunkt? Wo kann man möglichst viele Wanderungen unternehmen, ohne das Quartier zu wechseln? Wo liegen die interessanten Fotospots? Der erste Bericht kann also nur einen kleinen Ausschnitt der vielfältigen Möglichkeiten auf Teneriffa geben. Folgende Touren haben wir gemacht:

Tour 72

Der absolute Kracher ist natürlich der kurze Rundweg um das Massiv der Roques de Garcia. Das wissen natürlich alle Touristen! Und wenn die es nicht wissen, dann die Bespaßer der Hotelketten. Hier greift somit meine sonst gültige 9 Uhr-Regel nicht, Ihr müsst noch früher dort sein. Uns hat es dort oben so gut gefallen, dass wir gleich zweimal zum Wandern hoch gefahren sind. Einmal ganz spät am Abend, als die Busse weg waren. Einmal mitten in der Nacht, um den Sonnenaufgang zu genießen und in Ruhe diese leichte Tour zu gehen. Die Stille der Gegend aber auch die Kälte und der Wind sind atemberaubend! 

Teide bei Sonnenaufgang – wundervolles Licht und trotzdem schlechtes Foto. Es war einfach sackkalt.

Der Roche Cinchado – das sicher meistfotografierte Motiv der Insel

In so einer Gegend könnte man tagelang laufen…

Der Weg der leichten Rundwanderung ist perfekt ausgebaut und turnschuhtauglich.

Tour 74

Auch die “Mondlandschaft” gehört zu den Dingen, die man gesehen haben muß. Die komischen Türme der Paisane Lunar sind auf einer guten Tour ab Vilaflor zu erreichen. Man braucht reichlich 4 Stunden für diese Wanderung. Man kommt mit dem Auto auch von den Roches de Garcia gut hin, Vilaflor ist augeschildert und leicht zu finden.

 

Tour 16

Auch diese Runde ist einfach zu laufen und wunderschön. Der Rother gibt den Rastplatz Las Arenas Negras als Startpunkt an, man kann aber auch in Los Lllanos starten und durch einen sehr schönen Wald aufsteigen. Ganz Harte kombinieren diese Tour mit der Tour 15, dann hat man ordentlich Höhenmeter in den Beinen. Die Gegend um den Vulkan Garachico ist toll,  und man hat wundervolle Blickachsen. Die Runde um den Chinyero ist 5km lang und einfach zu laufen. Schroffe Lavafelsen wechseln sich mit lieblichen Waldstücken ab, die Tour macht Lust auf mehr! So richtig was zum Durchatmen.

Die Tour zum und um den Chinyero kann man ganz gemütlich laufen.

Garachico ist eine wundervolle Kleinstadt, in der man die Seele baumeln lassen kann.

Das beste an an den Kanaren sind aber die Abende. Nach der Tour fix duschen und dann noch mal losziehen, denn das Leben in den kleinen Küstenorten spielt sich draußen ab.

Garachico am Abend

 

Die Ausbeute an guten Fotos war in der einen Woche auf Teneriffa leider sehr gering, was einfach am Wetter lag. Wir hatten 2 volle Tage einen wunderschönen Calima und 2 Tage Nebel mit Nieselregen. Was habe ich daraus gelernt? Ich habe meinen neu gebauten Fotorucksack ausgiebig testen können. Und ich muß unbedingt noch einmal auf diese wunderschöne Insel, um mir die Wandergegend im Anaga-Gebirge zu erschließen und meine Foto-Kenntnisse zu verbessern. Denn für beides gibt es hier alles: unzählige wunderschöne Wanderwege und grandiose Fotomotive.

 

Steckbrief

 

Eintages-Touren

 

Auto empfohlen

 

  Ferienwohnung / Ferienhaus empfohlen

 

Baden im Meer

 

Gute Restaurants in allen Preisklassen